Förderprojekte

Ausstellung Ottomar Holdefleiss

Mitunter sind es die stummen Zeugen, die wir irgendwo entdecken, die mehr als ein Jahrhundert überlebt haben und heute Zeugnis ablegen für Handwerk und Kultur längst vergangener Tage. Wer auf Spurensuche geht und die Fährten zu lesen vermag, wird manchen Reichtum vergangener Tage entdecken. Oft sind es interessierte Laien, wie die verstorbenen Edith Minert und Ulla Ebert vom Förderkreis Reinickendorf, die zu recherchieren begannen und Erstaunliches zu Tage förderten.
Example content image using the class .alignleftIn diesem Fall ging es um den Kunstschmied Ottomar Holdefleiss, dessen ehemaliges Wohnhaus in der Adelheidallee 5-7 in Tegel schon manchen Spaziergänger Rätsel aufgegeben hat. Bei der Spurensuche mit ihren Mitgliedern aus dem Arbeitskreis Tegel des Förderkreises fanden die Damen eine große Anzahl von Werken, die einen tiefen Eindruck von der Schmiedekunst im Berlin um 1900 spiegeln. Christel Thieme aus dem Förderkreis hat die Arbeit fortgesetzt und daraus eine Ausstellung zusammengestellt, die im Frühjahr 2012 im Museum Reinickendorf unter dem Titel "Ottomar Holdefleiss – Schmiedekunst aus Berlin um 1900 von Schulz & Holdefleiss" gezeigt wurde.
Holdefleiss starb 1912. Seine geschmiedeten Kunstwerke wurden auf mehreren Weltausstellungen mit Goldmedaillen Example content image using the class .alignrightausgezeichnet. Noch heute befinden sich seine Werke u.a. in Den Haag, Breslau und Indianapolis. In Berlin sind im Zuge zweier Weltkriege viele Werke der Anfang des 20. Jahrhunderts in der Fennstraße 13 ansässigen Firma zerstört worden. Nicht zuletzt dank der Spurensuche durch die Damen vom Förderkreis Reinickendorf kann die Geschichte der Schmiedekunst ab 1888 exemplarisch an der Firmengeschichte nachempfunden werden.
Neben den inhaltlichen Vorarbeiten und dem Kuratieren der Ausstellung durch Mitglieder des Förderkreises ermöglichte eine finanzielle Unterstützung des Förderkreises die Ausleihe des Höhepunktes der Ausstellung: eine geschmiedete Skulptur aus dem Märkischen Museum. Es handelt sich um eine lebensgroße Brunnenfigur eines Knienden in Rüstung mit den Gesichtszügen Bismarcks. 1896 wurde sie auf der Berliner Gewerbeausstellung gezeigt.

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